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Andreas Braune
  • Institut für Politikwissenschaft
    Carl-Zeiss-Straße 3
    07749 Jena
    GERMANY

    picture: © FSU Jena, Anne Günther
Zwang gilt als das Andere der Freiheit. Aber was ist Zwang eigentlich? Muss der Zwang immer von einer Person ausgehen? Kann ein Angebot ein Instrument des Zwangs sein? Warum genau ist Zwang ein Übel? Kann er trotzdem gerechtfertigt sein?... more
Zwang gilt als das Andere der Freiheit. Aber was ist Zwang eigentlich? Muss der Zwang immer von einer Person ausgehen? Kann ein Angebot ein Instrument des Zwangs sein? Warum genau ist Zwang ein Übel? Kann er trotzdem gerechtfertigt sein? Und wenn ja, wann und wie? Sind Recht und Staat selbst Zwang, Garanten der Freiheit oder beides? Ist Zwang das Gleiche wie Gewalt, Macht, Herrschaft, Autorität oder Ausbeutung? Wie verhält es sich mit strukturellen Zwängen oder Selbstzwang?Erstmals wird mit dieser umfassenden Analyse des Zwangsbegriffs das Andere der Freiheit systematisch untersucht. Es zeigt sich dabei, dass das liberale Kernmodel von Freiheit und Zwang sehr weit reicht und weite Teile der gleichen Freiheit aller sichern kann. Weil es sich aber auf Zwang als Handlung beschränkt, hat es keinen Blick für strukturelle Zwänge, Entfremdung und andere Formen der Heteronomie. Auch ihre Abwesenheit muss gesichert sein, weshalb das liberale Modell erweitert werden muss.
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„Aus den Irrtümern sonst bedeutender Gelehrter lernt man oft mehr, als aus den Korrektheiten von Nullen“ – so urteilte Max Weber, der Gründungsvater der deutschen Soziologie, über die weltanschaulichen Streifzüge des... more
„Aus den Irrtümern sonst bedeutender Gelehrter lernt man oft mehr, als aus den Korrektheiten von Nullen“ – so urteilte Max Weber, der Gründungsvater der deutschen Soziologie, über die weltanschaulichen Streifzüge des Chemienobelpreisträgers von 1909 und dessen „energetische Grundlagen der Kulturwissenschaft“.
Wilhelm Ostwald galt seinen Zeitgenossen um 1900 nicht nur als renommierter Naturwissenschaftler, sondern bald nach seinem Rückzug aus dem akademischen Alltagsgeschäft auch als einer der umtriebigsten und umstrittensten Intellektuellen seiner Zeit. Als Vorsitzender des deutschen Monistenbundes etablierte er sich zwischen 1911 und 1915 als Leitfigur einer optimistischen und wissenschaftsfixierten Weltanschauung, die sich gegen den zunehmend zivilisationskritischen Zeitgeist in Deutschland auflehnte. Im Namen des Fortschritts und der Modernisierung nahm Ostwald kein Blatt vor den Mund und inszenierte sich bewußt als Nonkonformist in der wilhelminischen Gesellschaft.
In dieser ideengeschichtlichen Untersuchung rekonstruiert der Autor diese Konfliktlinien und deckt dabei Sackgassen und Irrwege, aber auch das modernisierende Potential der monistischen und ostwaldschen Gedankenwelt auf, die in mancherlei Hinsicht wenig an Aktualität eingebüßt hat.
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Im Jahr ihres Zentenariums hört die Novemberrevolution zusehends auf, eine „vergessene Revolution“ (Alexander Gallus, 2010) zu sein. In Wissenschaft und Öffentlichkeit wächst die Einsicht, dass der Aufbruch in die erste parlamentarische... more
Im Jahr ihres Zentenariums hört die Novemberrevolution zusehends auf, eine „vergessene Revolution“ (Alexander Gallus, 2010) zu sein. In Wissenschaft und Öffentlichkeit wächst die Einsicht, dass der Aufbruch in die erste parlamentarische Demokratie Deutschlands mehr war als eine halbe, stecken gebliebene oder gar verratene Revolution. Stattdessen gelang es, unter der Last eines zu beendenden Krieges und seiner bedrohlichen Friedensverhandlungen, unter den Bedingungen sozialer Not und Ungewissheit und unter beständiger politischer Unruhe und der Gefahr eines revolutionären Bürgerkrieges die am 9. November 1918 ausgerufene ‚deutsche Republik‘ zu konsolidieren.

Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes leisten eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme der aktuellen Forschungen zur Novemberrevolution und weisen neue Fragestellungen und Herangehensweisen aus. Sie untersuchen zudem, warum die erste erfolgreiche demokratische Revolution bislang einen so schweren Stand im Erinnerungshaushalt der Deutschen hatte, und fragen danach, ob sie nicht doch ein demokratischer Erinnerungsort sein könnte.

Mit Beiträgen von Gleb J. Albert, Manfred Baldus, Andreas Braune & Michael Dreyer, Jens Hacke, Kirsten Heinsohn, Mark Jones, Heidrun Kämper, Peter Keller, Helmuth Kiesel, Detlev Lehnert, Lothar Machtan, Walter Mühlhausen, Nadine Rossol, Martin Sabrow, Daniel Siemens
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Die Spaltung der Arbeiterbewegung zwischen Kommunismus und Sozialdemokratie prägte die verhängnisvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts in Deutschland entscheidend mit. In Vergessenheit gerät dabei oft, dass sich zu Beginn nicht KPD und... more
Die Spaltung der Arbeiterbewegung zwischen Kommunismus und Sozialdemokratie prägte die verhängnisvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts in Deutschland entscheidend mit. In Vergessenheit gerät dabei oft, dass sich zu Beginn nicht KPD und SPD gegenüberstanden. Vielmehr hatte sich im April 1917 die USPD in Opposition zur Burgfriedenspolitik der SPD gegründet. Sie war an den Protesten und Massenstreiks gegen den Krieg beteiligt und trat in der Revolution 1918/19 für einen radikaleren Schnitt mit der alten Ordnung ein. Zwischen einer an Stabilität orientierten SPD und dem zur Weltbewegung strebenden Kommunismus war für die USPD als radikalem Flügel der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung jedoch bald kein Platz mehr.

Die kurze Phase der USPD als Massenpartei von 1917 bis 1922 veranschaulicht, dass es in den Vorstellungen der Zeitgenossen viele Wege zu Frieden, Demokratie und Sozialismus gab – in jedem Fall mehr als zwei. Der Blick auf die USPD lädt dazu ein, den offenen Zukunftshorizont der Akteure des demokratischen Aufbruchs seit 1918 ernster zu nehmen
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Die Jahre von 1918/19 bis 1933 sind eine turbulente Zeit in der deutschen Geschichte. Zwischen Putschversuchen und Wirtschaftskrisen, Straßenkämpfen und einem "Staatsstreich auf Raten" kannte die Weimarer Republik nur eine kurze Phase der... more
Die Jahre von 1918/19 bis 1933 sind eine turbulente Zeit in der deutschen Geschichte. Zwischen Putschversuchen und Wirtschaftskrisen, Straßenkämpfen und einem "Staatsstreich auf Raten" kannte die Weimarer Republik nur eine kurze Phase der Stabilität. Für die Zeitgenossen war sie aber das politische System, das das Kaiserreich abgelöst hatte und nun das politische und gesellschaftliche Leben der Bürgerinnen und Bürger prägte – und zwar vermeintlich auf Dauer. Überall deuteten sich ein neues republikanisches Selbstverständnis, neue demokratische Spielregeln und Handlungsformen an. Die Republik wurde mehr und mehr zur Normalität.

Einen selbstverständlichen und unangefochtenen republikanischen Alltag gab es in der Weimarer Republik jedoch nicht. "Weimar" war eine Transformationsgesellschaft, die nach dem Alltag der Republik suchte und um ihn rang. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes bieten mit den hier vereinten aktuellen Forschungen ein Kaleidoskop der Normalitäten, mit allen Anfeindungen und Erfolgen, die die Weimarer Republik kennzeichneten.

Mit Beiträgen von Marcel Böhles, Albert Dikovich, Sebastian Elsbach, Christian Faludi, Reiner Fenske, Anne Gnausch, Oded Heilbronner, Dominik Herzner, Florian Heßdörfer, Friederike Höhn, Volker Köhler, Paul Köppen, Daniel Münzner, Ronny Noak, Martin Platt, Sebastian Schäfer, Antonia Schilling, Rebecca Schröder, Thomas Schubert, Alexander Wierzock und Verena Wirtz.
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Gerechtigkeit sollte die Grundlage allen politischen Handelns sein. Doch was, wenn staatliche Maßnahmen und Gesetze dieser Norm widersprechen? Können dann auch in Demokratien Akte des zivilen Ungehorsams gerechtfertigt sein? Und wenn ja,... more
Gerechtigkeit sollte die Grundlage allen politischen Handelns sein. Doch was, wenn staatliche Maßnahmen und Gesetze dieser Norm widersprechen? Können dann auch in Demokratien Akte des zivilen Ungehorsams gerechtfertigt sein? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Dieser Band versammelt erstmals die zentralen Positionen einer Debatte, die von Thoreau über Gandhi und Martin Luther King, über John Rawls, Hannah Arendt und Jürgen Habermas bis zur Occupy-Bewegung führt. Auch kritische Stimmen kommen zu Wort, denen ziviler Ungehorsam mal zu viel, mal zu wenig Widerstand bedeutet.
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Die deutsche Demokratie steht im 21. Jahrhundert vor neuen und vielfältigen Herausforderungen: Sinkende Wahlbeteiligung und steigende Politikverdrossenheit, neue Parteien und Protestbewegungen (zum Teil mit sehr alten Ideen), Terror in... more
Die deutsche Demokratie steht im 21. Jahrhundert vor neuen und vielfältigen Herausforderungen: Sinkende Wahlbeteiligung und steigende Politikverdrossenheit, neue Parteien und Protestbewegungen (zum Teil mit sehr alten Ideen), Terror in der Welt und die Rückkehr des Krieges nach Europa, soziale Ungleichgewichte in Europa und in Deutschland – die Liste ließe sich verlängern.

Soll ausgerechnet die Weimarer Republik, die „überforderte Republik“ (Ursula Büttner), Antworten auf diese Fragen parat haben? Mit dem näher rückenden Zentenarium der ersten deutschen Demokratie untersuchen die Autorinnen und Autoren, welche Herausforderungen „Weimar“ heute an Wissenschaft und museale Vermittlung, an politische Bildung und politische Praxis stellt – und wie „Weimar“ helfen kann, unsere Demokratie heute zu beleben.

Mit Beiträgen von Andreas Braune, Ursula Büttner, Michael Dreyer, Franz Josef Düwell, Christian Faludi, Alexander Gallus, Christoph Gusy, Moritz Kilger, Detlef Lehnert, Marcus Llanque, Heiko Maas, Walter Mühlhausen, Tim B. Müller, Torsten Oppelland, Alf Rößner, Martin Sabrow, Thomas Schleper, Arnulf Scriba und Stephan Zänker.
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Freiheit ist mehr als ein Postulat, sie ist ein Gut, das im Einzelnen und in der Gesellschaft gebildet werden muss. Wenn Bildung nicht zur Freiheit führt, verfehlt sie ihr Ziel. In Hegels Philosophie ist diese grundlegende Einsicht über... more
Freiheit ist mehr als ein Postulat, sie ist ein Gut, das im Einzelnen und in der Gesellschaft gebildet werden muss. Wenn Bildung nicht zur Freiheit führt, verfehlt sie ihr Ziel. In Hegels Philosophie ist diese grundlegende Einsicht über das Verhältnis von Bildung und Freiheit fest verankert. Sie wird in diesem Band nicht nur in ihrer logischen Struktur rekonstruiert, sondern bildet auch den Ausgangspunkt für sozialphilosophische, soziologische, rechts- und politikwissenschaftliche Analysen der Gegenwart
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In: Andreas Braune/ Michael Dreyer (Hg:): Republikanischer Alltag. Die Weimarer Demokratie und die Suche nach Normalität. Stuttgart 2017, S. XI-XVIII
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In: Umbrüche. Festivalband zum 6. Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte
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Four separate papers by Rafael Biermann, Maksym Yakovlyev, Kirill Levinson and Andreas Braune on the Ukrainian-Russian conflict in 2014, being part of the edited volume "Umbrüche. Festivalband zum 6. Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte"
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Investigates the Hegelian roots and topoi of Charles Taylor's political philosophy and theory of the state.
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This paper is rather an early and extended review of Honneth's "Freedom's Right". It argues that Honneth deserves credit for his Hegelian approch to freedom and for reclaiming the concept from its neoliberal instrumentalization. However,... more
This paper is rather an early and extended review of Honneth's "Freedom's Right". It argues that Honneth deserves credit for his Hegelian approch to freedom and for reclaiming the concept from its neoliberal instrumentalization. However, when Honneth turns to the political sphere, his approaches appear too Habermasian, too discoursive and too consensualist. It lacks an 'agonistic' understunding of the political as formulated by Chantal Mouffe, which would fit far better to the tradition of Critical Theory.
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The paper explores Wilhelm Ostwald's and the German Monist League's social progressivism in the late Wilhelmine era. Based on a “scientific worldview” (wissenschaftliche Weltanschauung), Wilhelm Ostwald and the Monists formulated a... more
The paper explores Wilhelm Ostwald's and the German Monist League's social progressivism in the late Wilhelmine era. Based on a “scientific worldview” (wissenschaftliche Weltanschauung), Wilhelm Ostwald and the Monists formulated a comprehensive social and political reform program for the German society. It stood in line with the broader liberal and bourgeois social reform movement of early 20th century Europe, but its specificity was its radical secularism and its imperturbable belief in mankind’s progress  thanks to the natural sciences and their application in (social) engineering and technology. However, these progressive ideas had to deal with a growing irrational Zeitgeist ever since the turn of the century (fin de siècle). The paper explores the tensions between this progressivism and this irrationality and asks why even the most progressive liberal forces in Germany became part of the so called ‘Burgfrieden’ in August 1914. One answer is that some aspects of the Dialectic of Enlightenment, namely the focus on instrumental rationality, were part of that ideology. Focusing on a particular branch of liberalism, the paper is thus also part of the story of the  decline of Germany’s liberalism.
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In my paper I try to show the following: Based on Isaiah Berlin’s distinction of negative and positive liberty, I argue that there exists an epistemological disagreement at the core of the discussion. This disagreement has important... more
In my paper I try to show the following: Based on Isaiah Berlin’s distinction of negative and positive liberty, I argue that there exists an epistemological disagreement at the core of the discussion. This disagreement has important consequences for political theory and theory of education (Bildung). My first major argument is as follows: Whereas epistemological individualism leads to concepts of negative freedom, which leads to concepts of a minimal state, which leads to a rather instrumental understanding of education, epistemological holism leads to positive concepts of liberty, which leads to concepts of a political state, which leads to concepts of civic education. While the second step from a specific understanding of freedom to corresponding theories of the state is well known, connecting this discussion with differing epistemologies and concepts of education offers new insights on the continuing relevance of the debate. My second major argument refers to Hegel’s practical philosophy as laid out in the Philosophy of Right, which offers an astonishing modern view on this debate. It can be shown that Hegel resolves the conflicts between both lines of argument by integrating both of them into his philosophy of freedom. Both positive and negative freedom as well as the idea of both a minimal and a political state are integrated into Hegel’s political theory. The concluding major argument states that a one-sided emphasis on one conception of freedom (the negative one) overestimates instrumental and professional education and fails to acknowledge the importance of forms of civic and moral education.

Der vorliegende Aufsatz fragt aus politiktheoretischer Perspektive nach dem Zusammenhang von politischer Freiheit und Bildung und geht dabei in vier argumentativen Schritten vor. Auf die Gegenüberstellung der unterschiedlichen epistemologischen und anthropologischen Prämissen des negativen und positiven Freiheitsbegriffs folgt eine Verortung beider Daseinsformen der Freiheit in Hegels Rechtsphilosophie. Die zentrale These lautet dabei, dass beide Formen in Hegels politischer Theorie berücksichtigt werden. Im Anschluss daran werden politik- und bildungstheoretische Konsequenzen aus dieser Einsicht gezogen. Zunächst zeigt sich, dass beiden Freiheitsbegriffen unterschiedliche Vorstellungen von Staatlichkeit entsprechen, wobei erst die positive Auffassung von Freiheit einen politischen Begriff des Staates zur Folge hat. Schließlich kann gezeigt werden, dass ein umfassender, autonomieorientierter Bildungsbegriff diese Differenzierungen berücksichtigen muss. Eine einseitige Fokussierung auf die Bedingungen und Bestimmungen des negativen Freiheitsbegriffs wird diesen Erfordernissen nicht gerecht, weil ein solches Bildungsverständnis nicht zuletzt die politische
Bildung des citoyen vernachlässigt.
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Der Verein Weimarer Republik und die Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena schreiben für 2018 und zum dritten Mal einen Preis für Forschungsarbeiten zur Weimarer Republik aus. Teilnahmeberechtigt... more
Der Verein Weimarer Republik und die Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena schreiben für 2018 und zum dritten Mal einen Preis für Forschungsarbeiten zur Weimarer Republik aus. Teilnahmeberechtigt sind alle Wissenschaftler/innen, deren Arbeit bis zum Einreichungstermin Gegenstand eines im Jahr 2017 oder 2018 abgeschlossenen akademischen Verfahrens war. Prämiert werden herausragende und innovative Abschlussarbeiten in den Fächern Geschichts-, Politik-, und Rechtswissenschaft. Aber auch andere sozial-, geistes-und kulturwissenschaftliche Arbeiten werden berücksichtigt, sofern ihre Thematik auch die Politik der Weimarer Republik im weiteren Sinne berührt. Neben biografischen Arbeiten zu den Namensgebern der Preise und rein auf die Weimarer Zeit bezogenen Arbeiten können auch vergleichende Arbeiten eingereicht werden, die die Weimarer Republik im internationalen Kontext sehen oder die den Bezug auf die Demokratie im 21. Jahrhundert (und ihre Bedrohung) herstellen. Der Preis wird in drei Kategorien ausgeschrieben:
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Die Weimarer Republik galt lange als Republik ohne Republikaner, als Demokratie ohne Demokraten. Diese Sichtweise wird durch die neuere Forschung zusehends relativiert. Schaute man zuvor lange auf antidemokratische Institutionen, Akteure... more
Die Weimarer Republik galt lange als Republik ohne Republikaner, als Demokratie ohne Demokraten. Diese Sichtweise wird durch die neuere Forschung zusehends relativiert. Schaute man zuvor lange auf antidemokratische Institutionen, Akteure und Denkweisen, verstellte dies natürlich den Blick darauf, dass es auf allen Ebenen und in allen gesellschaftlichen Bereichen auch Personen gab, die sich aktiv für Republik und Demokratie und für die Transformation hin zu einer demokratischen Gesellschaft einsetzten. Diese Personen, die Rahmenbedingungen für ihr Handeln, ihre Erfolge und Rückschläge sollen auf der diesjährigen Konferenz näher betrachtet werden.
Der Fokus soll dabei nicht so sehr auf den prominenten Demokraten der Spitzenpolitik liegen, sondern auf den vielen, heute oftmals fast vergessenen Personen, die sich in der zweiten oder dritten Reihe oder auf regionaler oder kommunaler Ebene für die Demokratie einsetzten und die Republik gegen ihre Gegner verteidigten. Dabei wollen wir nicht nur Politikerinnen und Politiker in den Blick nehmen. Denn die demokratische Transformation erforderte Engagement in allen Bereichen: Zivilgesellschaft (Verbände, Gewerkschaften etc.), Presse & Journalismus, Wissenschaft, Polizei, Justiz & Verwaltung, Literatur, Kunst & Kultur etc. Neben einzelnen Ministern und Abgeordneten, Ministerpräsidenten der Länder oder Bürgermeister größerer Städte usw. kommen daher auch Journalisten, Verbandsmitglieder und -funktionäre, hohe Beamte, Juristen, Wissenschaftler, Intellektuelle, Schriftsteller und Künstler in Betracht. Und da die Transformation hin zu einer demokratischen Ordnung besonders für Frauen eine neue Stellung vorsah, sind Beiträge zu engagierten Demokratinnen in all diesen Bereichen besonders willkommen. Eine kritische Haltung zur Republik und ihrer Spitzenpolitik ist bei alldem kein Ausschlusskriterium, da diese ja oftmals aus dem Antrieb der Kritik an einer mangelhaften demokratischen Transformation vorgetragen wurde.
Die in einzelnen Beiträgen vorgestellten Personen müssen nicht einem streng biographischen Forschungsprojekt entnommen sein. Auch in systematisch, institutionell oder themenspezifisch ausgerichteten Vorhaben spielen in aller Regel einzelne Persönlichkeiten eine wichtige Rolle, die im Rahmen der Konferenz vorgestellt werden können. Ziel der Tagung ist es, ein Panorama des flächendeckenden Engagements für die Demokratie im Deutschland der Zwischenkriegszeit zu entwerfen und so auch die ‚Mühen der Ebene‘ einer demokratischen Transformationsgesellschaft darzustellen.
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Mit dem Näherrücken des Zentenariums der Novemberrevolution entwindet sich dieses herausragende Ereignis der deutschen Demokratiegeschichte mehr und mehr der Charakterisierung, die Alexander Gallus 2010 prägte. Denn sie hört zusehends... more
Mit dem Näherrücken des Zentenariums der Novemberrevolution entwindet sich dieses herausragende Ereignis der deutschen Demokratiegeschichte mehr und mehr der Charakterisierung, die Alexander Gallus 2010 prägte. Denn sie hört zusehends auf, eine „vergessene Revolution“ zu sein. In Wissenschaft und Öffentlichkeit wächst die Einsicht, dass der Aufbruch in die erste parlamentarische Demokratie Deutschlands mehr war als eine halbe, stecken gebliebene oder gar verratene Revolution. Stattdessen gelang es, unter der Last eines zu beendenden Krieges und seiner bedrohlichen Friedensverhandlungen, unter den Bedingungen sozialer Not und Ungewissheit und unter beständiger politischer Unruhe und der Gefahr eines revolutionären Bürgerkrieges die erste erfolgreiche verfassunggebende Nationalversammlung nach allgemeinem und gleichen Männer- und Frauenwahlrecht einzuberufen.
Die Konferenz nutzt die Gelegenheit, um die Novemberrevolution in ihren sehr verschiedenen Kontexten und aus verschiedenen Perspektiven neu zu betrachten und ihr in einem umfassenden Sinne neue Konturen zu verleihen: als herausragendes und immer wieder umstrittenes und neu zu verhandelndes Ereignis der deutschen und europäischen Geschichte.
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Der Weimarer Republik e.V. und die Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena veranstalten zum zweiten Mal ihre Sommerkonferenz für den wissenschaftlichen Nachwuchs, in deren Rahmen laufende oder... more
Der Weimarer Republik e.V. und die Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena veranstalten zum zweiten Mal ihre Sommerkonferenz für den wissenschaftlichen Nachwuchs, in deren Rahmen laufende oder kürzlich abgeschlossene Forschungsarbeiten vorgestellt werden können. Nachdem im vergangenen Jahr Arbeiten zur " Politik der Weimarer Republik " vorgestellt wurden und gerade in einem Tagungsband zusammengefasst werden, weiten wir in diesem Jahr den Blick auf die Stellung der Weimarer Republik in der deutschen Demokratiegeschichte, in deren ‚Mitte' die Weimarer Republik das Scharnier zwischen dem ‚langen 19. Jahrhundert' und dem 1989 unerwartet friedlich abgeschlossenen ‚Zeitalter der Extreme' bildet. Arbeiten zu demokratischen Akteuren, Institutionen und Narrativen, die einzelne Aspekte der deutschen Demokratiegeschichte zwischen der französischen Revolutionsepoche und der deutschen Wiedervereinigung behandeln, können vorgestellt werden. Eine Behandlung des Themas als Vor-oder Nachgeschichte der Weimarer Republik ist wünschenswert, aber keine Voraussetzung. Ein Ziel des Workshops ist es vielmehr, anhand aktueller Forschungen nach durchgehenden Strukturen und Topoi in den zwei Jahrhunderten des schwierigen Ringens um Demokratie in Deutschland zu fragen. Arbeiten, die sich der Weimarer Republik als Epoche der Demokratiegeschichte widmen, sind natürlich auch willkommen. Die Dokumentation der Beiträge in einem Tagungsband in der Reihe " Weimarer Schriften zur Republik " ist vorgesehen. Eingeladen sind Nachwuchswissenschaftler/inn/en aus den Bereichen Geschichts-, Politik-und Rechtswissenschaft, wobei aber auch Themen aus anderen geistes-, kultur-und sozialwissenschaftlichen Fächern eingereicht werden können. Neben Doktorand/inn/en und Habilitand/inn/en, die aus einem " work in progress " vortragen und berichten möchten, sind auch Teilnehmer/innen eingeladen, die kürzlich eine Arbeit fertiggestellt haben oder gerade konzipieren (Habilitation, Promotion oder Master/Magister/Diplom/Staatsexamen). Reichen Sie bitten einen kurzen thematischen Abstract ein (bis zu ca. 5000 Zeichen, inkl. Leerzeichen) und einen kurzen Lebenslauf.
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gemeinsame Veranstaltung des Weimarer Republik e.V., der Forschungsstelle Weimarer Republik an der FSU Jena, der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung
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Der Verein Weimarer Republik und die Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena schreiben gemeinsam mit der Hugo-Preuß-Stiftung erstmals für 2016 einen Preis für Forschungsarbeiten zur Weimarer Republik... more
Der Verein Weimarer Republik und die Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena schreiben gemeinsam mit der Hugo-Preuß-Stiftung erstmals für 2016 einen Preis für Forschungsarbeiten zur Weimarer Republik aus. Teilnahmeberechtigt sind alle Wissenschaftler/innen, deren Arbeit bis zum Einreichungstermin Gegenstand eines im Jahr 2014, 2015 oder 2016 abgeschlossenen akademischen Verfahrens war. Prämiert werden herausragende und innovative Abschlussarbeiten in den Fächern Geschichts-, Politik-, und Rechtswissenschaft. Aber auch andere sozial-und geisteswissenschaftliche Arbeiten werden berücksichtigt, sofern ihre Thematik auch die Politik der Weimarer Republik im weiteren Sinne berührt. Neben biografischen Arbeiten zu den Namensgebern der Preise und rein auf die Weimarer Zeit bezogenen Arbeiten können auch vergleichende Arbeiten eingereicht werden, die die Weimarer Republik im internationalen Kontext sehen oder die den Bezug auf die Demokratie im 21. Jahrhundert (und ihre Bedrohung) herstellen. Der Preis wird in drei Kategorien ausgeschrieben:
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Das Problem der Gründung ist ein zentrales Motiv in der normativen politischen Theorie. Es besagt, dass bei der Gründung eines gerechten Staates Voraussetzungen gegeben sein müssen, die eigentlich erst Resultat eines solchen Staates sind.... more
Das Problem der Gründung ist ein zentrales Motiv in der normativen politischen Theorie. Es besagt, dass bei der Gründung eines gerechten Staates Voraussetzungen gegeben sein müssen, die eigentlich erst Resultat eines solchen Staates sind. Die Verfassung eines solchen Staates verkörpert dabei Prinzipien, auf die sich im Rawlsschen Sinne freie und gleiche Vernunftwesen einigen würden. Zu ihnen gehören Rechtsstaatlichkeit, Grundrechts- und Minderheitenschutz und demokratische Entscheidungsverfahren. Die Verfassungsgesetze eines solchen Staates zu formulieren und in Kraft treten zu lassen, setzt jedoch ein Staatsverständnis voraus, das in weiten Teilen der Bevölkerung erst durch die regelmäßige und dauerhafte Arbeit der damit begründeten Institutionen entsteht. Wie also soll sich eine Gesellschaft zu einem derart verstandenen Staat konstituieren, wenn das entsprechende Staatsverständnis nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in den politischen Eliten noch weitgehend fehlt? Auf die demokratische pouvoir constituant jedenfalls scheint in solchen Fällen wenig Verlass, wie zahlreiche historische und gegenwärtige Versuche der Gründung eines demokratischen Staates zeigen. Allzu schnell und allzu leicht kippt ein demokratischer Konstitutionalisierungsprozess in Machtusurpation oder nach- und konterrevolutionäre Gewalt um.
Was also sind Alternativen zur oder Absicherungsmöglichkeiten der demokratischen pouvoir constituant, um Konstitutionalisierung und Demokratisierung in Staatsgründungsprozessen zu gewährleisten? Bilden autoritative Konstitutionalisierung oder die treuhänderische Konstitutionalisierung von außen effektive bzw. legitime Alternativen? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein oder geschaffen werden, damit eine Konstitutionalisierung nach dem Modell der pouvoir constituant oder anderer Ansätze erfolgreich verläuft? Wie können Konstitutionalisierungsprozesse zur Beendigung von revolutionärer Gewalt oder anderer Makro-Gewalt beitragen und verhindern, dass Gesellschaften in noch schlimmere post-revolutionäre Gewalt abgleiten?

Politiktheoretische und politikwissenschaftliche, historisch-vergleichende, (rechts-)soziologische und verwandte Forschungsarbeiten, die sich mit diesen und ähnlichen Fragen im Spannungsfeld von Konstitutionalisierung, Demokratisierung und Staatsgründung bzw. Statebuilding beschäftigen, sollen auf dem Workshop gemeinsam diskutiert werden.

DEADLINE: 24.2.2016
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The paper presents some preliminary thoughts for my PhD thesis and was presented at an early stage of my work on the concept of coercion. It addresses some aspects of the debate on coercion which was initiated by Robert Nozick in the late... more
The paper presents some preliminary thoughts for my PhD thesis and was presented at an early stage of my work on the concept of coercion. It addresses some aspects of the debate on coercion which was initiated by Robert Nozick in the late 1960s and asks whether we come to a different conceptual design of ‘coercion’ when we follow the intuitions which arise when we use the German term ‘Zwang’ instead of coercion. This approach is legitimate as Nozick’s (and other’s) approach to defining the concept of coercion was to ask for necessary conditions for the truth of a coercion claim.
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Die Beziehungen zwischen Deutschland und seinen beiden Nachbarn waren von schweren Konflikten gekenneichnet, die eine Aussöhnung notwendig machten. Polen und Frankreich haben ihrerseits seit etlichen Jahrunderten viele ruhige Momente... more
Die Beziehungen zwischen Deutschland und seinen beiden Nachbarn waren von schweren Konflikten gekenneichnet, die eine Aussöhnung notwendig machten. Polen und Frankreich haben ihrerseits seit etlichen Jahrunderten viele ruhige Momente einer gemeinsamen Geschichte erlebt. Seit 25 Jahren pflegen diese drei Länder nunmehr im Rahmen des Weimarer Dreiecks privilegierte Beziehungen. Deutschland schlug damals vor, Frankreich in den deutsch-polnischen Aussöhnungsprozess einzubinden und sich dabei beispielhaft auf den deutsch-französischen Aussöhnungsprozess zu stützen. In einer trilateralen und interdisziplinären Herangehensweise wird dieses Seminar die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede dieser Aussöhnungspolitik zwischen Frankreich, Deutschland und Polen vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Geschichte und der politischen und gesellschaftlichen Umsetzung untersuchen.
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Oft wird die Aufklärung als gemeinsames europäisches Erbe bezeichnet. Doch übersieht man dabei allzu leicht, dass es die europäische Aufklärung gar nicht gab. Zu sehr war sie regional unterschiedlich ausgeprägt und in sich selbst in... more
Oft wird die Aufklärung als gemeinsames europäisches Erbe bezeichnet. Doch übersieht man dabei allzu leicht, dass es die europäische Aufklärung gar nicht gab. Zu sehr war sie regional unterschiedlich ausgeprägt und in sich selbst in verschiedene Strömungen gespalten. Und seit es Aufklärung gab, blieb sie nicht unwidersprochen. Trotzdem gibt es verbindende Elemente, die nicht ganz ohne Grund im Verdacht stehen, so etwas wie einen europäischen Wertekanon zu formulieren. Gibt es ihn aber heute noch? Ist er mehr als ein rhetorisches Reservoir für Sonntagsreden?
Das Seminar wird in einer trinationalen Herangehensweise und interdisziplinär die Übereinstimmungen und Unterschiede hinsichtlich der Entstehung und der philosophischen, politischen, gesellschaftlichen und ästhetischen Auswirkungen des sogenannten Jahrhunderts der Aufklärung in Frankreich, Deutschland und Polen untersuchen.
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